Wenn ein Unternehmen eine neue Website in Auftrag gibt, steht zunächst meist ganz selbstverständlich das Design im Mittelpunkt.
Welche Farben soll sie haben?
Wie soll die Startseite aussehen?
Wird sie moderner wirken als die der Konkurrenz?
All das ist wichtig.
Doch ein großer Teil eines erfolgreichen Webprojekts entscheidet sich bereits vor dem Start des Designs.
Eine Website, die gut aussieht, aber kein klares Ziel hat, langsam ist, sich nicht verwalten lässt oder bei der SEO erst nachträglich bedacht wurde, muss unter Umständen schon bald überarbeitet werden.
Bevor Sie ein neues Website-Projekt starten, macht es einen deutlichen Unterschied, diese 10 Punkte zu klären.
1. Legen Sie zuerst die Aufgabe der Website fest
„Wir möchten eine Unternehmenswebsite“ ist allein noch kein ausreichendes Briefing.
Was soll die Website leisten?
- Soll sie Anfragen sammeln?
- Soll sie Produkte vorstellen?
- Soll sie Kunden aus dem Ausland gewinnen?
- Soll sie über Google Nachfrage erzeugen?
- Soll sie Händler informieren?
- Soll sie das Vertrauen in die Marke stärken?
- Soll sie verkaufen?
Eine Website kann mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen. Ist die Priorität jedoch nicht klar, zerfasern auch Design, Inhalt und CTA-Struktur.
Für einen exportorientierten Hersteller kann es zum Beispiel vorrangig sein, dass ausländische Besucher das Produkt schnell verstehen und den richtigen Kontaktpunkt finden. Bei einem Dienstleistungsunternehmen sind dagegen Vertrauen, Fachkompetenz und Referenzen oft deutlich wichtiger.
Erst das Ziel, dann das Design.
2. Denken Sie die Seitenarchitektur vor dem Design durch
Es ist leicht, mit „Startseite, Über uns, Leistungen, Kontakt“ anzufangen.
Eine echte Seitenarchitektur geht darüber hinaus.
Folgendes sollte bereits vor Designbeginn bedacht werden:
- Welche Leistungen erhalten eine eigene Seite?
- Welche Produkte benötigen eine Detailseite?
- Wie werden Referenzen dargestellt?
- Soll es einen Blog oder ein Wissensportal geben?
- Wie werden die türkischen und englischen Seiten einander zugeordnet?
- Welche Suchintentionen erfordern aus SEO-Sicht eine eigene Seite?
- Von welcher Seite zu welcher Seite soll der Nutzer geführt werden?
Eine gute Informationsarchitektur beeinflusst sowohl die Nutzererfahrung als auch die SEO-Grundlagen unmittelbar.
3. Mobile Gestaltung darf nicht nachträglich erfolgen
Mobiles Design ist keine verkleinerte Version der Desktop-Website.
Auf dem Smartphone-Bildschirm müssen Navigation, Überschriftenlänge, Bildausschnitte, Formularfelder, CTA-Buttons, Sticky-Elemente sowie Tabellen- und Kartenstrukturen neu bewertet werden.
Ein Layout, das am Desktop beeindruckend wirkt, kann auf dem Smartphone unnötig lang oder unpraktisch sein.
Deshalb sollte die mobile Nutzererfahrung nicht die letzte Teststufe des Projekts sein, sondern Teil des Designsystems.
4. SEO ist kein Plugin, das nach dem Launch hinzugefügt wird
SEO wird oft nach dem Motto behandelt: „Erst soll die Website fertig werden, dann machen wir SEO.“
Tatsächlich fällt ein Teil der wichtigen SEO-Entscheidungen schon in der Entwicklungsphase:
- URL-Struktur
- Heading-Hierarchie
- Canonical
- hreflang
- strukturierte Daten
- interne Verlinkung
- Seitenperformance
- mobile Nutzbarkeit
- Sitemap-Architektur
Auch Googles SEO Starter Guide beschreibt SEO als einen Prozess, der Suchmaschinen hilft, Inhalte zu verstehen, und Nutzern, die richtigen Inhalte zu finden.
Quelle: Google Search Central — SEO Starter Guide
5. Lassen Sie die Inhalte nicht bis zum Schluss liegen
Ein weiterer verbreiteter Ansatz:
„Das Design soll erst fertig werden, danach füllen wir die Kästen mit Text.“
Diese Methode führt häufig dazu, dass Design und Inhalt nicht zusammenpassen.
Denn ein Design funktioniert anders mit einer kurzen, prägnanten Überschrift, mit einer langen technischen Erläuterung, mit einer Produkttabelle oder mit einer Fallstudie.
Wenn Inhalt und Design gemeinsam entstehen, zeigt sich die tatsächliche Nutzung der Seite früher.
6. Definieren Sie das Performance-Ziel von Anfang an
Starke Bilder, Videos und Animationen können einer Website Charakter verleihen.
Entscheidend ist jedoch, wie sie ausgeliefert werden.
Zu den wichtigsten Faktoren für die Performance zählen Bildgrößen, die Video-Bitrate, geladene Schriftarten, JavaScript, Skripte von Drittanbietern, die Serverantwort und die CSS-Architektur.
Google nutzt im Rahmen der Core Web Vitals Metriken wie LCP, INP und CLS, die die tatsächliche Nutzererfahrung messen.
Website-Geschwindigkeit und Performance-Optimierung
7. Überlegen Sie, wer das Backend der Website nutzen wird
Mit der Veröffentlichung der Website ist das Projekt nicht zu Ende.
Wird jemand im Unternehmen Produkte hinzufügen? Blogbeiträge veröffentlichen? Referenzen austauschen? Inhalte in zwei Sprachen pflegen?
Diese Anforderungen wirken sich unmittelbar auf die Verwaltungsstruktur der Website aus.
Ist die Inhaltsverwaltung nicht auf die Anwender zugeschnitten, kann die Website mit der Zeit zu einem statischen Schaufenster werden, das nicht mehr aktualisiert wird.
8. Klären Sie die Eigentumsverhältnisse bei Domain, Hosting und Code
Dieses Thema wirkt weniger aufregend als das Design, ist aber langfristig sehr wichtig.
Am Ende des Projekts sollten folgende Fragen eindeutig beantwortet sein:
- In welchem Konto liegt die Domain?
- Wer kontrolliert das Hosting?
- Wer hat die Administratorzugänge?
- Wird der Quellcode übergeben?
- Wo werden die Backups gespeichert?
- Wem gehören die Konten bei Drittanbieterdiensten?
Wenn ein Wechsel der Agentur oder des Entwicklers ansteht, können unklare Eigentumsverhältnisse ernsthafte Probleme verursachen.
9. Schaffen Sie Raum, um geleistete Arbeit zu zeigen
Bei B2B- und professionellen Dienstleistungswebsites gehören reale Arbeiten zu den stärksten Verkaufsargumenten.
„Wir erstellen Websites“ zu sagen und abgeschlossene Projekte zu zeigen, hat nicht dieselbe Wirkung.
Ein guter Referenz- oder Fallstudienbereich ist mehr als nur eine Wand voller Logos.
Wenn möglich, sollten Kunde, Problem, Vorgehen, geleistete Arbeiten und echte Projektscreens gezeigt werden.
10. Planen Sie, was nach dem Launch passiert
Ein gutes Website-Projekt endet nicht mit „Wir sind online, fertig“.
Nach dem Launch sollten Search Console, Performance, Nutzerverhalten, Conversions, SEO-Sichtbarkeit, technische Fehler und der Inhaltsbedarf beobachtet werden.
Das tatsächliche Nutzerverhalten kann viele Chancen aufdecken, die sich in der Designphase nicht vorhersehen lassen.
Fazit: Eine Website ist mehr als eine Designdatei
In einem erfolgreichen Webprojekt ist das Design ein wichtiger Bestandteil – aber nicht der einzige.
Strategie, Inhalt, Performance, SEO, technische Architektur, mobile Nutzererfahrung und Eigentumsverhältnisse müssen gemeinsam gedacht werden.
Eine gute Website ist nicht nur eine, die auf den ersten Blick beeindruckt, sondern ein digitales Produkt, das den tatsächlichen Zielen des Unternehmens dient, messbar ist und weiterentwickelt werden kann.
Wenn Sie eine neue Website planen, fragen Sie im ersten Gespräch nicht nur „Wie soll sie aussehen?“, sondern auch „Was soll sie erreichen?“.
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